es allen recht machen

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel los. Der Vater ritt auf dem Esel, während der Junge zu Fuß daneben herging.

Da liefen sie an ein paar Wanderern vorbei. Einer rief empört: „Schaut euch diesen egoistischen Vater an! Er sitzt bequem auf dem Tier und lässt sein kleines Kind im Staub laufen!“ Der Vater schämte sich, stieg ab und setzte den Sohn auf den Esel.

Schon bald trafen sie auf eine Gruppe von Frauen. Eine von ihnen schüttelte den Kopf und sagte: „Was für eine unerzogene Jugend! Der kräftige Bengel reitet faul herum, während sein alter Vater sich zu Fuß abmühen muss!“ Das traf den Jungen tief. Also beschlossen sie, beide auf dem Esel zu reiten.

Wenig später begegneten sie einem Bauern. Dieser schrie entsetzt: „Ihr Tierquäler! Wie könnt ihr dem armen, mageren Esel so eine schwere Last aufbürden? Das arme Tier bricht ja gleich zusammen!“

Vater und Sohn stiegen beschämt ab. Sie beschlossen, beide zu Fuß zu gehen, um niemanden mehr zu verärgern.

Nach einer Weile trafen sie auf Reisende, die laut lachten: „Wie dumm kann man sein? Ihr habt einen gesunden Esel und keiner von euch nutzt ihn, sondern ihr lauft beide im Dreck nebenher!“

Da wussten sich Vater und Sohn nicht mehr zu helfen. Um es wirklich jedem recht zu machen, banden sie die Beine des Esels an eine Stange und trugen das Tier auf ihren eigenen Schultern. Als sie so über eine Brücke gingen, fingen die Leute an zu johlen. Der Esel erschrak durch den Lärm, wand sich los, stürzte in den Fluss und ertrank.