tierarztpraxis-bebra - Leptospirose
 

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Leptospirose

Bei der Leptospirose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien (Leptospiren) ausgelöst wird. Das Reservoir für diese Bakterien sind Nager, also Mäuse und Ratten. Die Nager selbst werden nicht krank. Die Nager scheiden die Bakterien mit dem Urin aus. Menschen können sich ebenfalls mit Leptospiren infizieren.

Mit dem Urin werden Leptospiren ausgeschieden.

Die Infektion geht über die Schleimhäute (Augen, Nase, Mund) und über Wunden in der Haut.

Hunde und Menschen können sich beim Baden in stehenden Gewässern (Seen, Gartenteich) infizieren. Auch durch das Trinken von Wasser aus stehenden Gewässern (Pfützen, Seen, Gartenteich, Regentonne) können die Leptospiren übertragen werden. Und direkter Kontakt mit dem Urin von Erkrankten oder Ausscheidern überträgt ebenfalls die Infektion.

Ob Katzen, Frettchen und Marder ebenfalls an Leptospirose erkranken können und ob diese Tiere den Erreger ausscheiden können, wird derzeit noch untersucht und ist bisher nicht bekannt.
Ratten und Mäuse, die als Haustiere gehalten werden und z.B. im Garten Freilauf bekommen oder Kontakt zu infizierten Tieren oder stehenden Gewässern haben, können ebenfalls den Erreger ausscheiden und den Erreger z.B. auf Hunde und Menschen übertragen.

Es gibt Untersuchungen an Hunden, die gezeigt haben, dass gesund erscheinende Hund, die keinen Impfschutz gegen Leptospiren haben, ebenfalls als Ausscheider in Frage kommen.

Es gibt über 200 verschiedene Untergruppen (Serovare) von Leptospira. Diejenigen, die am häufigsten eine Leptospiroseerkrankung beim Hund auslösen, sind seit April 2014 in dem  "L4"-Imfpstoff für Hunde enthalten.

Die allermeisten Hunde bilden nach der Grundimmunisierung (1x im Leben: 2 Impfungen im Abstand von 3-4Wochen) und regelmäßiger Nachimpfung (jeweils 1 x im Frühjahr), einen belastbaren Impfschutz aus. Damit sind die Hunde vor der Erkrankung geschützt und diese Hunde können die Krankheit nicht übertragen.
Hunde, die einem besonderen Infektionsdruck ausgesetzt sind, können alle 6 Monate nachgeimpft werden.

Von besonderem Infektionsdruck spricht man bei Hunden, die sehr oft in stehenden Gewässern schwimmen oder aus stehenden Gewässern trinken, Hunde die in südliche Länder reisen etc.

Untersuchungen belegen, dass die durch die Schutzimpfung aufgebauten Antikörper-Titer nach ca. 6 Monaten abfallen (weniger werden). Es ist daher sinnvoll, die Hunde jährlich im Frühjahr gegen Leptospirose zu impfen, damit in der warmen Jahreszeit bis in den Herbst, genügend Antikörper vorhanden sind. Im Winter bei Frost sterben die Leptospiren in der Umwelt ab.

Man hat festgestellt, dass es meist im Herbst einen Erkrankungs-Peak (vermehrt Erkrankungsfälle) bei nicht ausreichend geimpften Hunden gibt. Man vermutet die Ursache darin, dass im Herbst vermehrt Mäuse und Ratten unterwegs sind, um sich Wintervorräte einzusammeln. Unterwegs setzen die Nager ihren Urin überall im Garten, auf Wiesen und Feldern ab und dies scheint die Infektionsquelle für die vermehrt im Herbst auftretenden Erkrankungsfälle zu sein.

Vor 2 Jahren noch haben die Wissenschaftler angegeben, dass sich die Leptospiren hauptsächlich bei Wassertemperaturen von über 10 - 15 °C vermehren. Dies wird derzeit so nicht mehr gesagt. Heute heißt es lediglich: bei Frost sterben die Leptospiren ab.

Stehende Gewässer werden reinfiziert (erneut mit Leptospiren infiziert), weil Ratten- und MäuseUrin in die Seen, Gartenteiche, Pfützen, Regentonnen etc. gelangt.

Impfungen gegen Virusinfektionen erzeugen meist Schutz für Jahre.

Impfungen gegen Infektionen mit Bakterien, wie Leptospiren, erzeugen ausreichend hohe Impftiter nur für Monate. Aus diesem Grunde sind die kurzen, spätestens jährlichen Nachimfpungen gegen Leptospirose so wichtig!

Derzeit gibt es noch keinen Impfstoff gegen Leptospirose beim Menschen. Der Grund dafür mag vielleicht sein, dass es zwar immer mehr Infektionen durch Leptospirose beim Menschen gibt, jedoch die Gesamtzahl der an Leptospirose erkrankten Menschen (noch) zu niedrig ist, als dass sich ein Impfstoffhersteller finden würde, der die enormen Kosten auf sich nimmt, den Impfstoff für Menschen auf den Markt zu bringen. ...

Sollte Ihr Hund an Leptospirose erkranken, weil er nicht geimpft ist, dann kann man nur hoffen, dass die Diagnose sehr frühzeitig gestellt werden kann. Die Diagnosestellung ist nicht einfach! Erkrankte Hunde können mit einem speziellen Antibiotikum behandelt werden, welches über mindestens drei Wochen gegeben werden muss. Zumeist ist zusätzlich eine intensivmedizinische, stationäre Behandlung in einer Tierklinik notwendig.

Vorbeugen ist besser als heilen!!!  Lassen Sie ihren Hund gegen Leptospirose impfen !

Hygienemaßnahmen!
Urin - egal von wem - mit saugenden Materialien (Zellstoff) entfernen, danach Desinfektion des mit dem Urin in
Kontakt gekommenen Bodens / Gegenstandes. Hände desinfizieren, besser Handschuhe tragen beim Entfernen des Urins. Tragen Sie beim Reinigen von Boxen und Käfigen auch Schutzbrillen, damit keine Urinspritzen in Ihre Augen geraten. Mundschutz beim Tragen auch über die Nase ziehen.
Leptospiren fühlen sich in verdünntem Urin wohler als in konzentriertem, daher erst Urin unverdünnt entfernen, dann desinfizieren und erst nach Ende der Einwirkzeit des Desinfektionsmittels mit Wasser reinigen.
Hände nach Kontakt mit Urin erst desinfizieren und danach gründlich mit Wasser reinigen.